MPU wegen Drogen: mit Cannabis erwischt

Inzwischen gewinnt die Droge Cannabis immer mehr Beliebtheit in der Gesellschaft, und immer mehr Menschen konsumieren Marihuana oder Haschisch. Es gibt immer wieder Diskussionen, ob Cannabis denn ebenso schädlich sei wie Alkohol oder sogar weniger schädlich, die Forschung gibt hingegen immer noch ein anderes Bild. Fest steht, dass es sich bei Cannabis noch immer um eine illegale Substanz handelt, die nicht besessen werden darf.

Einschränkungen der Fahrtauglichkeit

Der Konsum ist ebenso verboten, wenn es um die Teilnahme am Straßenverkehr geht: hier hat der Gesetzgeber nämlich strenge Regeln verhängt. Genau wie bei Alkohol auch wird davon ausgegangen, dass die Droge wichtige Funktionen schädigt und somit dafür sorgt, dass Auto fahren nicht mehr erlaubt ist. Ganz konkret bedeutet das: wer kifft und fährt, der riskiert seinen Führerschein. Und zwar in manchen Fällen noch schneller als unter dem Einfluss von Alkohol.

Anderer Abbau als bei Alkohol

Denn Cannabis bleibt, wie viele andere Drogen, lange im Körper bestehen und wird dort verstoffwechselt. Während Alkohol über andere Wege ausgeschieden wird (zum größten Teil über die Leber), sammeln sich die Restbestände von Cannabis in allerlei Organen oder auch den Fettzellen an und brauchen eine lange Zeit, bis sie aus dem Körper heraus sind. So kann es vorkommen, dass Sie positiv auf Drogen getestet werden, obwohl Sie gar nicht aktuell vorher konsumiert haben.

Cannabis bleibt lange im Körper

Als Beispiel können wir annehmen, dass eine Person regelmäßig jeden Abend einen Joint raucht. Derjenige fährt dann erst am nächsten Morgen zur Arbeit, hat geschlafen und gefrühstückt und fühlt sich fahrtauglich. Kommt er in eine Polizeikontrolle und wird auf Cannabis getestet, wird er vermutlich positiv ausschlagen. Damit muss er dann auch auf die Wache und es muss kontrolliert werden, wie hoch die Werte sind. Und hier werden zum einen aktuelle Werte gemessen, als auch Abbauwerte, und beide haben dann einen Einfluss darauf, wir hart die Strafe ist, die dann folgt.

MPU oder Fachärztliches Gutachten?

Nicht immer wird eine MPU direkt gefordert, wenn jemand kifft und sich ans Steuer setzt. Liegen die Werte unter bestimmten Grenzbereichen, dann ist statt einer MPU eventuell auch ein Fachärztliches Gutachten ausreichend. Dieses zu bestehen ist allerdings gar nicht so einfach, kann aber von manchen Betroffenen als Chance genutzt werden, nicht gleich wegen Cannabis zur MPU zu müssen und die MPU zu umgehen. Doch in der Regel, und auch in dem oben genannten Beispiel, werden die Werte zu hoch sein, um eine MPU zu vermeiden. In dem Beispiel wird vermutlich der Abbauwert, also der Wert der sich über den Konsum im Körper gesammelt hat, zu hoch sein und damit wird es wahrscheinlich dazu kommen, dass Sie den Führerschein verlieren.

Den eigenen Fall anschauen

In jedem Falle ist es lohnenswert, sich einmal das Schreiben der Polizei oder Führerscheinstelle anzuschauen, in dem diese Werte vermerkt sind. Denn dann wissen Sie auch direkt, wie schwer intoxikiert Sie waren, also wie massiv Sie unter dem Einfluss von Drogen standen. Wem die Werte auf Anhieb nichts sagen, der sollte sich in eine gute MPU Vorbereitung begeben, die Ihnen dazu Informationen geben kann und sollte. Denn nur so können Sie in der MPU auch realistische und glaubwürdige Angaben machen.