Medizinisch Psychologisches Gutachten - Neue Infos 2021

Medizinisch Psychologisches Gutachten – Die neusten Infos im Überblick

Medizinisch Psychologisches Gutachten – Es ist gefürchtet. Es hat viele Namen, von Idiotentest bis Fahreignungsprüfung. Wenn du dich mit diesem Thema beschäftigst, musst du wahrscheinlich zur MPU. Und dann stellen sich viele Fragen rund um das MPU Gutachten. Also gut, was musst du darüber alles wissen um im Jahr 2021 die Medizinisch-Psychologische Untersuchung zu bestehen?

Was ist ein Medizinisch-Psychologisches Gutachten?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wird dann angeordnet, wenn jemand eine oder mehrere Vergehen in Zusammenhang mit den geltenden Gesetzen des Straßenverkehrs begangen hat. Die MPU ist eine Chance, diese Vergehen klarzustellen. In Fachdeutsch: „Die bestehenden Zweifel an der Fahreignung auszuräumen“.

Die MPU endet mit dem Medizinisch-Psychologischen Gutachten, dass bei der Führerscheinstelle eingereicht werden kann. Die Neuerteilung des Führerscheins erfolgt, wenn es positiv ist.

Das MPU Gutachten wird positiv, wenn die Gutachterin nach der medizinischen und psychologischen Prüfung zu dem Schluss kommt, dass du die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen wirst.

Warum muss ich zur MPU?

Zur MPU müssen die Menschen, die im Straßenverkehr massiv (oder mehrfach) aufgefallen sind.

Dazu zählen Vergehen wie:

  • Fahren unter Alkoholeinfluss (meist ab 1,6 Promille)
  • Fahren unter Drogeneinfluss (alle illegalen Drogen wie Cannabis, Amphetamine, Kokain, Benzodiazepine, Schmerzmittel)
  • Wiederholte verkehrsrechtliche Vergehen (zu viele Punkte in Flensburg)
  • Strafrechtliche Vergehen (die nahelegen, dass jemand charakterlich nicht für den Straßenverkehr geeignet ist).

Du verlierst den Führerschein, wenn du ein oder mehrere solcher Delikte begangen hast. Erst wenn du die MPU bestanden hast, bekommst du ihn wieder. In der Untersuchung musst du beweisen, dass du dich geändert hast und dass du dich in Zukunft anders verhältst.

Es gibt übrigens keinen Weg, um die MPU herumzukommen. Selbst mit einem EU-Führerschein darfst du in Deutschland nicht fahren. Er gilt nur für die anderen EU-Länder. Solange die Aufforderung zur MPU im deutschen Recht besteht, ist dir die motorisierte Teilnahme am Straßenverkehr untersagt.

MPU Ablauf Medizinisch Psychologische Untersuchung

(HIER die Grafik zum Prozess der MPU als PDF herunterladen.)

Was wird bei einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung gemacht?

Die Medizinisch-Psychologischen Untersuchung prüft mithilfe wissenschaftlicher Methoden, ob du den Führerschein zurückbekommen kannst. Das hat übrigens nichts mit einem „Idiotentest“ zu tun. Es wird hier weder nach Idiotie geschaut, noch kommen dort nur Idioten hin.

Woher der Begriff „Idiotentest“ kommt, ist unklar. Er hat sich in die deutsche Sprache eingebürgert, ohne dass eine eindeutige Erklärung besteht.

Das MPU Gutachten umfasst drei Teile

Zusammenfassend besteht ein Medizinisch Psychologisches Gutachten aus drei Teilen. Alle Teile musst du bestehen, um den Führerschein zurückzubekommen.

  • Im medizinischen Teil wird geschaut, ob du körperlich in der Lage bist, ein Fahrzeug zu führen. Wenn eine Abstinenz vorliegen muss, überprüft das der Gutachter.
  • Der Leistungsteil überprüft deine kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration, Aufmerksamkeit oder Überblicksgewinnung.
  • Der psychologische Teil dient der Untersuchung, ob du erneut wieder Fehler im Straßenverkehr machen wirst.

Wie läuft die Medizinisch Psychologische Untersuchung ab?

Am Tag der Untersuchung wirst du zur MPU Begutachtungsstelle kommen. Dort arbeiten verschiedene Gutachter, die das Medizinisch Psychologische Gutachten erstellen.

In einem Warteraum wartest du mit anderen Kandidaten, bis die Sekretärin dich aufruft. Nacheinander durchläufst du den Leistungsteil, den psychologischen Teil und den medizinischen Teil. Die Reihenfolge ist dabei zufällig.

Es ergeben sich Wartezeiten zwischen den einzelnen Teilen. Dadurch solltest du mindestens 3 Stunden für den Begutachtungstermin einplanen. Auch wenn jeder Teil nicht so lange dauert (meistens ja ca. 30 Minuten), kann es insgesamt länger dauern.

Was wird bei der ärztlichen Untersuchung in der MPU gemacht?

Um ein positives Medizinisch Psychologisches Gutachten zu bekommen, wirst du im medizinischen Teil der MPU von einem Arzt untersucht. Dieser wird einige neurologische Tests machen. Du wirst auf einer Linie laufen müssen oder mit geschlossenen Augen deine Nase berühren.

Dein Körper wird auch nach Auffälligkeiten überprüft.

Bei einer MPU wegen Alkohol und einer MPU wegen Drogen wird noch einmal deine Abstinenz überprüft (Urinkontrolle und Blutentnahme). Du musst unbedingt abstinent sein. In der Alkohol-MPU müssen zusätzlich deine Leberwerte in Ordnung sein.

Der Arzt wird dir auch einige Fragen zu deiner Geschichte mit Alkohol oder Drogen stellen. Dann ist dieser Teil erledigt.

Der ärztliche Teil umfasst also:

  • Neurologische Gesundheit
  • Generelle körperliche Gesundheit
  • Abstinenzüberprüfung
  • Allgemeine Fragen

Was wird bei der Leistungsuntersuchung in der MPU gemacht?

Der Leistungsteil in der MPU wird ohne Gutachter durchgeführt. Du wirst dazu in einen Raum kommen, in dem du Aufgaben am Computer erledigen musst.

Dazu zählen Leistungsuntersuchungen deiner:

  • Überblicksgewinnung
  • Reaktionsfähigkeit
  • Vigilanz (Daueraufmerksamkeit)
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentrationsfähigkeit

Zu jedem Bereich wirst du eine eigene Aufgabe am PC durchführen. Um deine Aufmerksamkeit zu prüfen wirst du zum Beispiel für Millisekunden ein Bild gezeigt bekommen. Danach musst du dazu Fragen beantworten. Zum Beispiel: Was war zu sehen? Was war nicht zu sehen?

Der Leistungsteil dauert meist eine halbe Stunde. Du kannst den Raum verlassen, wenn du damit fertig bist. Die Ergebnisse werden dann ausgewertet.

Deine Werte werden dann mit deiner Referenzstichprobe verglichen (also mit Männern/ Frauen in deinem Alter). Das Ergebnis wird dann in Prozenträngen angegeben. Je höher der Wert, desto besser bist du. Ein Wert von PR50 würde bedeutet, dass 50% schlechter und 50% besser waren als du.

Was wird bei der psychologischen Untersuchung der MPU gemacht?

Der psychologische Teil in der MPU ist der umfangreichste und schwierigste. Er ist der Teil, auf den man sich dringend vorbereiten sollte. Denn hier wird ein Psychologe mit dir genau herausfinden, warum du einen solchen Fehler im Straßenverkehr machen konntest.

Am Ende der psychologischen Untersuchung soll er einen Blick in die Zukunft werfen und eine Prognose stellen. Also „Es ist nicht zu erwarten, dass Herr X erneut unter dem Einfluss von Alkohol/Drogen am Straßenverkehr teilnimmt (oder gegen geltende Gesetze verstößt).

Um diese Prognose stellen zu können, wird er viele MPU Fragen stellen.

Er beginnt meist mit der Deliktbeschreibung, kommt dann auf deine Vergangenheit zu sprechen. Dann darauf, was du geändert hast. Und schließlich auch dazu, was du alles tust, damit es nicht wieder vorkommt.

MPU Fragen können zum Beispiel sein:

  • Was ist bei dem Delikt passiert?
  • Was hat sich seit dem Delikt geändert?
  • Wie konnten Sie einen solch hohen Konsum entwickeln?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit der Veränderung gemacht?
  • Wie sichern Sie Ihr neues Verhalten ab?

Bei dem psychologischen Gespräch kannst du ausführlich zu deinem Fall Stellung nehmen. Du musst einiges an Wissen über dein MPU-Thema (Alkohol, Drogen, Punkte) haben. Zusätzlich musst du dich aber auch mit dir selber beschäftigt haben. Ein reines Lippenbekenntnis mit Reue reicht dem Psychologen nicht.

Am Ende der Untersuchung bekommst du ein Gespächsprotokoll vorgelegt, welches du auf Richtigkeit überprüfen kannst.

Wie bekomme ich ein positives MPU-Gutachten?

Hast du die Untersuchung hinter dich gebracht, musst du warten. Der ärztliche und der psychologische Gutachter tauschen sich im Anschluss aus und schreiben daraufhin ihre Teilberichte.

Dann wird das Medizinisch Psychologische Gutachten mit allen Teilbereichen zusammengestellt. Wenn alle drei Teile bestanden sind, ist die MPU bestanden.

Ist ein Teil negativ, ist die MPU nicht bestanden. Dann musst du noch einmal zur Medizinisch Psychologischen Untersuchung.

Was mache ich mit dem ärztlich psychologischen Gutachten?

Du kannst das positive Gutachten zu dir nach Hause oder direkt an die Führerscheinstelle schicken lassen. Idealerweise solltest du es zu dir schicken lassen, damit du es erst anschauen kannst.

Dies hat vor allem den Vorteil, dass ein eventuell negatives MPU Gutachten nicht in deiner Führerscheinakte landet.

Auf der letzten Seite steht das Ergebnis. Ist es positiv, kannst du es zur Führerscheinstelle bringen. Achtung! Ein Medizinisch  Psychologisches Gutachten ist noch keine Fahrerlaubnis! Du darfst erst wieder Fahren, wenn du einen Führerschein in der Hand hast.

Wenn du es eingereicht hast, musst du meist noch zwei Wochen warten, bis dein Fall überprüft ist. Dann hast du es geschafft.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich eine vorläufige Fahrerlaubnis ausstellen zu lassen. Diese kannst du direkt nach Abgabe deines positiven MPU Gutachtens mitnehmen.

Was kann ich tun, um mich gut auf ein Medizinisch Psychologisches Gutachten vorzubereiten?

Wer die MPU bestehen möchte, der muss sich gut darauf vorbereiten.

Vorsicht! Viele MPU Berater wollen schnelles Geld machen und beraten schlecht oder falsch. Du solltest genau überlegen, bevor du einen Vertrag unterschreibst!

Die Vorbereitung auf das Medizinisch Psychologische Gutachten sollte auf jeden Fall das Basiswissen zur MPU beinhalten. Außerdem muss der Kern der MPU Beratung, nämlich die persönliche Fallaufarbeitung, erfolgen.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich MPU Fragen im Vorfeld anzuschauen und auch zu Üben. Das schafft Sicherheit und sorgt dafür, dass die Angst vor der MPU abnimmt und du am Tag der MPU entspannt in das MPU Gespräch gehen kannst.

Neuheiten im MPU Gutachten 2021?

Auch 2021 werden kaum weniger MPUs durchgeführt als in den vergangenen Jahren. Auch die Corona-Pandemie hat die Zahl der Kandidaten, die ein Medizinisch Psychologisches Gutachten absolvieren müssen, kaum schrumpfen lassen.

Die Gutachter legen keine gnädigeren Maßstäbe an. Auch wenn oft „Corona“ als ein Grund für einen vermehrten Drogen- oder Alkoholkonsum angegeben wird, ist dieser Konsumgrund nicht ausreichend.

Das psychologische Gutachten für den Führerschein erfolgt nach strengen Begutachtungsrichtlinien – und diese haben sich auch in diesem Jahr aktuell nicht geändert.